Praxis & Perspektiven

64,7 Prozent Fachkräftemangel: Was Kanzleien jetzt anders machen müssen

Der Engpass in Rechts- und Steuerberatung verlangt bessere Arbeit, Entwicklung und Führung – nicht nur mehr Stellenanzeigen. Praxisnah eingeordnet für den

Archivhinweis: Dieser Beitrag wurde am 23. August 2026 nachträglich in das LexVault-Briefings-Archiv aufgenommen. Themenanlass: 14. August 2026; redaktionell aktualisiert am 23. August 2026.

Die Debatte über "64,7 Prozent Fachkräftemangel: Was Kanzleien jetzt anders machen müssen" wird oft zu früh mit einer fertigen Lösung beantwortet. Dabei geht es zuerst um eine unternehmerische Frage: Welche bessere Entscheidung oder Arbeitsweise soll am Ende entstehen? Der Engpass in Rechts- und Steuerberatung verlangt bessere Arbeit, Entwicklung und Führung – nicht nur mehr Stellenanzeigen.

Warum das jetzt auf den Tisch gehört

Der Arbeitsmarkt zwingt Kanzleien, Arbeit neu zu gestalten. Mehr Anzeigen lösen weder Überlastung noch unklare Rollen oder fehlende Entwicklung. Das ifo Institut meldete am 21. August 2026 für Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung einen Fachkräftemangel von 64,7 Prozent. Die Zahl ist ein Warnsignal, aber noch keine Diagnose für jede einzelne Kanzlei.

Die Entscheidung hinter dem Thema

Die entscheidende Frage ist, welche Aufgaben welche Kompetenz benötigen und welche Arbeitsbedingungen Menschen befähigen, Verantwortung dauerhaft gut zu tragen. Der Engpass in Rechts- und Steuerberatung verlangt bessere Arbeit, Entwicklung und Führung – nicht nur mehr Stellenanzeigen.

Ein brauchbarer Start

Arbeitslast analysieren. Definieren Sie Ergebnis, Verantwortliche und eine beobachtbare Abnahmebedingung.

Rollen neu schneiden. Arbeiten Sie mit einem echten, repräsentativen Fall.

Vergütung prüfen. Legen Sie fest, wer entscheidet, wer prüft und wer bei Unsicherheit stoppt.

Bewerbungsprozess beschleunigen. Messen Sie Wirkung und Nebenwirkung nach einem festen Zeitraum.

Besetzungsdauer, Abbruchquote, Zeit bis zur Selbstständigkeit, interne Wechsel, Überlastungssignale und Bindung liefern ein realistisches Bild.

Der Gegencheck

Konjunkturdaten ersetzen keine lokale Arbeitsmarktanalyse.

Fazit

Der nächste Schritt ist ein begrenzter Realitätscheck mit einem Verantwortlichen, einem echten Fall und einem vorher vereinbarten Maßstab. So wird aus einem Trend eine steuerbare Entscheidung.

Die operative Lücke

Personalprobleme sind oft Arbeitsdesign-Probleme mit Stellenanzeige. Aufgaben, Unterbrechungen, Entscheidungsspielraum, Lernen und Führung gehören deshalb vor die Kanalwahl im Recruiting. Entscheidend ist, "Arbeitslast analysieren" und "Vergütung prüfen" im selben Arbeitsablauf zu verbinden. Sonst verbessert die Kanzlei einen Teil und verschiebt das Problem an die nächste Übergabe.

Quellen und Stand

Redaktioneller Stand: 23. August 2026. Empfehlungen und Bewertungen sind redaktionelle Einordnungen auf Grundlage der genannten Quellen.