KI & Technologie

Contract AI wird Alltag, aber nur unter Aufsicht

Eine LegalOn-Umfrage unter 452 In-house-Juristen zeigt wachsende Nutzung von KI in der Vertragsprüfung und einen klaren Wunsch nach menschlicher Kontrolle.

Abstrakte Prozessgrafik: Ein Auftrag durchläuft mehrere begrenzte Arbeitsschritte und einen sichtbaren Freigabepunkt bis zum prüfbaren Ergebnis.

Marktentwicklung vom 1. Februar 2026

Eine Anfang 2026 veroeffentlichte Studie von LegalOn und In-House Connect zeigt, wie stark sich die Diskussion in Rechtsabteilungen verschoben hat. Von 452 befragten In-house-Juristen nutzten oder evaluierten 52 Prozent KI für die Vertragsprüfung. 79 Prozent berichteten weniger Zeitaufwand für Routineaufgaben, 67 Prozent schnellere Antworten an das Business.

Die Zahlen stammen von einem Anbieter und sollten deshalb nicht als neutraler Marktstandard gelesen werden. Trotzdem ist die Richtung plausibel: Contract AI wird nicht mehr nur demonstriert, sondern in wiederkehrende Arbeit eingebaut. Besonders geeignet sind Prozesse mit vielen aehnlichen Dokumenten, klaren Playbooks und einem definierten Eskalationsweg.

Die spannendste Zahl ist vielleicht eine andere. 80 Prozent prüften oder evaluierten Agenten, bevorzugten aber überwiegend beaufsichtigte Automatisierung. Das ist kein Widerspruch. Je mehr ein System selbststaendig tut, desto wichtiger werden Grenzen, Protokolle und menschliche Entscheidungspunkte.

Rechtsabteilungen sollten daher nicht mit "Wie viele Vertraege kann die KI lesen?" beginnen. Besser sind vier Prozessfragen: Welche Klauseln sind standardisierbar? Welche Abweichungen sind materiell? Wer darf eine Empfehlung freigeben? Und wo wird die Entscheidung dokumentiert?

Ein guter Pilot misst nicht nur Bearbeitungszeit. Er erfasst auch übersehene Risiken, unnötige Eskalationen, Nacharbeit und Akzeptanz beim Business. Erst wenn diese Werte stabil sind, lässt sich der Prozess ausweiten. Contract AI gewinnt seinen Wert nicht durch möglichst viel Autonomie, sondern durch verlaessliche Delegation.

Quellen

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Die verlinkten Kernquellen wurden am 23. August 2026 redaktionell geprüft.