Marktentwicklung vom 1. November 2025
Wolters Kluwer hat im Oktober 2025 Expert AI in der CCH-Axcess-Plattform ausgebaut. Die neuen Funktionen sollen Dokumente analysieren, Informationen extrahieren und Schritte in Prüfungsworkflows orchestrieren. Der Anbieter betont dabei nachvollziehbare Ausgaben, geschützte Daten und menschliche Kontrolle.
Interessant ist die Position im Prozess. Die KI sitzt nicht neben der Fachanwendung, sondern in ihr. Das reduziert Medienbrüche: Ein Dokument muss nicht mehr in ein separates Werkzeug kopiert, dort analysiert und anschließend manuell zurück übertragen werden. Zugleich steigt die Verantwortung des Plattformanbieters, denn Datenmodell, Berechtigungen und Automatisierung greifen enger ineinander.
Im Audit können Agenten etwa Protokolle, Leasingvertraege oder Umsatzvereinbarungen vorsortieren. In Tax können sie Informationen klassifizieren und Hinweise aus Fachinhalten oder Mandantendaten ableiten. Das spart Zeit, ersetzt aber nicht die fachliche Beurteilung. Ein plausibel formulierter Hinweis ist noch kein Prüfungsnachweis und keine steuerliche Schlussfolgerung.
Für Kanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften verschiebt sich deshalb das Pflichtenheft. Neben Genauigkeit und Datenschutz müssen sie prüfen, wie ein Agent seine Quelle zeigt, wie Ausnahmen behandelt werden und ob jeder automatisierte Schritt in der Akte nachvollziehbar bleibt. Besonders kritisch sind Schwellenwerte: Wann darf ein Vorgang automatisch weiterlaufen, wann braucht er zwingend einen Reviewer?
Der sinnvolle Einstieg ist ein enger, häufiger Prozess mit gutem Referenzmaterial. Wer dort Fehlerarten, Zeitersparnis und Nacharbeit misst, gewinnt mehr als durch eine breite Demo. Agentic AI ist erst dann produktiv, wenn der Prüfpfad ebenso gut gestaltet ist wie der Automatisierungspfad.
Quellen
Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Die verlinkten Kernquellen wurden am 23. August 2026 redaktionell geprüft.
